Initiative Frauenmuseum.ch


Kurzbericht über ein Projekt,
das einen langen Atem braucht

Martha Beéry-Artho
Initiative Frauenmuseum.ch


2004 eine Idee zündet

Die Idee und der Entschluss, ein Frauenmuseum in der Schweiz zu initiieren, entstanden nach einem Besuch imösterreichischen Frauenmuseum Hittisau. Die Ausstellung: "Kleidung unsere zweite Haut" haben mich begeistert und motiviert.

2005 …der Funke springt nicht über

Kontaktaufnahmen zu St. Galler Behörden, Stadt und Kanton sowie dem Historischen Museum. Es bestand kein Interesse. Die Aussage, ein Frauenmuseum müsste an einem zentralen Ort angesiedelt sein, vermochte mich zu überzeugen. Doch diesbezügliche Anfragen waren entmutigend.  

2006 …Umstrukturierung

im privaten Umfeld nahm viel Energie in Anspruch, Zeit am Projekt weiterzuarbeiten blieb rar. Weitere Kontaktaufnahmen vor allem mit Privatpersonen, die eventuell das Projekt hätten mittragen können, blieben ohne Erfolg. Gründe könnten gewesen sein, dass es aussichtslos und zu aufwändig erschien. Auch wollte sich niemand in dieser Zeit öffentlich und explizit zu Frauenprojekten bekennen. Genderthemen waren „in“.

2007 ….eine Frauenmuseumsreise spornt an

Besuche in verschiedenen Frauenmuseen in Deutschland und Frankreich bestärkten mich jedoch, an der Idee Frauenmuseum.ch festzuhalten. Ich besuchte alle Ausstellungen in Hittisau und auch weitere in der Schweiz, um mich weiterzubilden. Ich nahm nun Kontakt mit Frauenverbänden auf. Auch da war kaum Interesse vorhanden. Die Alliance-F teilte mit, sie plane eine Ausstellung mit dem Thema „2020 der weibliche Blick auf die Zukunft“. Diese soll die Tradition der Ausstellungen der SAFFA (Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit) wiederaufnehmen. Aufgeben kam für mich nicht in Frage; die Hände in den Schoss legen auch nicht. Aber das Projekt anders angehen, wollte ich schon….  
2008 …der Stein des Anstosses wird gelegt

Teilnahme am 1. Frauenmuseumskongress in Meran: 13.6.08 Symbolische Grundsteinlegung. Der „Stein des Anstosses“ soll in die Schweiz geholt werden, wenn das Projekt realisiert werden kann. Unterlagen mit Leitbild und Vorgehensplan wurden überarbeitet und im Blog der Website www.womeninmuseum.net veröffentlicht. Das Knüpfen von Kontakten und Vernetzen tat gut; es ermutigte und stärkte.

2009 ….an einer ersten Ausstellung mitmachen

Teilnahme am 2. Frauenmuseumskongress in Bonn mit der Beteiligung an der Ausstellung „Frauenmuseen weltweit“. Im Teil Frauenmuseen weltweit konnte ich die Projektidee darstellen. Im Teil „Idole – role-models – Heldinnen“ stellte ich Eveline Binsack vor. Eine Schweizerin als Heldin, die sich konkrete Ziele setzt, sie sorgfältig plant, sich gründlich vorbereitet und dann ihren Weg geht und durchhält, selbst wenn Schwierigkeiten auftauchen. Mit dem Bild der Bergführerin, die eine Wand hochklettert, konnte ich gut darstellen, was mir wichtig ist. Die erneute Kontaktaufnahme mit verschiedenen Institutionen und Personen - mit dem Ziel, die Interessengemeinschaft „Frau und Museum “ zu gründen - hatte nun mehr Erfolg. Ich konnte mit dem Katalog der Ausstellung „Frauenmuseen weltweit“ etwas Konkretes präsentieren; damit auch zeigen, dass es in verschiedensten Ländern bereits Frauenmuseen gibt. Die Positionierung und die Strukturen dieser Museen wurden dadurch sichtbar und konnten als Beispiele aufgezeigt werden.

2010 …die Interessengemeinschaft „Frau und Museum“ entsteht

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem Frauenmuseum in der Schweiz soll nun durch die Bildung einer Interessengemeinschaft  „ Frau und Museum“ gelegt werden. Eine Ethnologin/Kuratorin/Leiterin Frauenbibliothek, eine Historikerin, eine Informations- und Dokumentationsspezialistin und die Gosteli-Stiftung (Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung) als Institution sind interessiert, bei der Formulierung der Zielsetzung und der Gründung der IG „Frau und Museum“ mitzuwirken. Auch einige Privatpersonen haben sich bereits als Mitglied angemeldet. Eine Museumsfachfrau als „Praktikerin“ sollte noch hinzukommen.
  
Am 3. Frauenmuseumskongress, im Mai 2010 in Buenos Aires, nehmen zwei in Buenos Aires wohnhafte Schweizerinnen als Delegierte des Frauenmuseum.ch teil.


  
Martha Beéry-Artho
info[at]ig-frauenmuseum.ch